Auszüge

Das Gespenst der Kindheit

Holzstämme

Für ein großes Vorhaben kräftig in die Hände spucken. Der Duft des Frauenkleides ist noch nicht der dauernd Gesuchte. Eins zwei drei angetaucht. Der graubraune Lederhut ist oft in der Mistsuppe gelegen. Eins zwei drei angetaucht. Sie sausen vorbei. Eine Liebe, die wie Müdigkeit so natürlich ist. Noch nicht alles von den Unterhosen abhängig machen- dadurch abhängig gemacht. Das Sausen im Kochtopf- ein auserwählter Platz- noch trockene Luft, aber sauber. Braune Balken als Begrenzung für Alexanders Horizonts. Darüber die Straße. Wie sie nur Staub war. Bevor der Asphalt kam. Da oben gab es nichts zu sehen. Bevor geteert wurde. Wie ein Vogel den riesigen Birnbaum verlassen. Eins zwei drei angetaucht. Du hilfst du Kerl. Still. In die Hände spucken und antauchen. Die Stämme rollen. Das Buchenholz ist gekommen. Aus Großvaters Wald. Die Kreissäge ist da. Alexander riecht die Wärme der holzarbeitenden Körper, schmeckt ihren und seinen Speichel. An diesem Tag war alles wie ein riesiger staubiger Sonnenstrahl.

Die großen runden Stämme wurden mit Keilen und Äxten gespalten und auf der Kreissäge auseinandergeschnitten. Eins zwei drei angetaucht. Das Holz. Die Scheiter eingeschichtet in die Lage der langgezogenen Hütte. Der Dachboden. Er war eigentlich ein Stall. Bevor die Garagen kamen. Alexander kroch auf dem Bauch über die staubigen Bretter und halbvermoderten Latten oberhalb des Stalls, der später Dachboden hieß. Durch Spinnweben kroch Alexander. Bevor der Beton kam. Und das Eternitdach. Und die Garagen. Und der Dachboden.

Eins zwei drei angetaucht. Angetaucht und Paul tauchte zurück. Staub wurde aufgewirbelt. Die Kreissäge. Noch nicht die Autos zählen. Das Lachen vom Stummerlpeter war kein übliches Lachen. Und auf den Lederhut hätte er nicht wirklich stolz sein dürfen. Alles war schief an ihm und so hat es wieder gestimmt. Niemand war gerade dort. Aber nur Stummerlpeter wusste das. Und später Alexander.

Eins zwei drei angetaucht. Die Stämme hin und her zurollen war ein schönes und klares Spiel. Wasserklar mit adhäsiertem Staub auf einem Wassertropfen. Sie lagen unter dem Birnbaum und waren die unangefochtenen Hauptdarsteller dieses Spiels. Hundertzwanzigjährige zerschnittene Buchenstämme unter einem Birnbaum. Über den Kanaldeckel gerollt, wo sie sich leicht verfangen konnten. Langsam zur Kreissäge gerollt. Schnell zur Kreissäge gerollt. Wieder zurückgerollt. Gerollt. Aneinandergestoßen. Gerieben. Die Füße weggezogen. Eins zwei drei angetaucht. Nebenhergesprungen. Wie Oberarmteile von Riesen. Riesen. Zu dieser Zeit hatte Alexander das Bild der Hand einer jungen Bäuerin mit Kopftuch gesehen, wie sie etwas aufhebt und wie diese Hand mit Schmutz bespritzt wird und wie sich der Schmutz um die Sehnen ihrer Hand legt.  Die Hand wird zu dem Aufgehobenem. Der Schmutz an den Sehnen wird zum Zentrum seiner Wahrnehmung. Er macht die Sehnen so schön.

Einer nach dem anderen kam dran. Eins zwei drei angetaucht. Die Fahnenmasten hoch auf die Straße ragend. Eine fast unbefahrene Straße. Unbefleckt. Hinfallen und wieder Grasflecken auf dem Hosenknie haben. Stummerlpeters Lachen- verkrampft, spastisch. Mondzuckend bleich. Alexander mochte die blaue Montur, die Stummerlpeter anhatte. So ist es nun mal und nicht anders.

Er verkroch sich mit den Gedanken an die Magd in die prähistorische Amphibienrinde des Lederbirnbaums. Er schlürfte die föhnige Luft wie einen Rosenschnaps. Mit ihren ledernen Handschuhen packten sie, der Großvater und einige Helfer die heranrollenden Stämme. Einer spaltete sie mit mächtigen Schlägen. Ein anderer brachte sie zur Kreissäge. Alexander, Paul und Georg hatten keine Lederhandschuhe. Sie trugen Ledersandalen. Die Zehen ragten vorne heraus. Das war ein großer Tag. Der Schweiß rann ihnen bis in die Unterhosen hinein. Manchmal kam die Sonne heraus und schnitt eine Ecke von der weissgekalkten Wand der Waschküche. Eins zwei drei angetaucht. Stummerlpeter roch scharf. Er roch nach Arbeit und nicht unangenehm. Er roch nach Stall. Als würde alles in seinem Leben auf diesen einen Punkt seines Geruchs gebracht worden sein. Er ging oft mit seiner Sense über die Wiese. Mit seinem zahnlosen Mund hauchlachte er diesen Geruch aus- nicht nach Schnaps, wie der andere Dorftrottel. Die Fallsucht hatte einen anderen Geruch. Eins zwei drei.  Das Dengeln der Sense auf dem Dengelstock. Weit zu hören.  als die Umfahrung noch nicht gebaut war. Stummerlpeters aufstehen und frühstücken, sein Schlafengehen und Kacken, sein Träumen und Dengeln, sein Pausemachen und Mähen war alles durch diesen spezifischen Geruch auf den Punkt gebracht. Vieles konnte er nicht: Reisen, Frauen haben, Auto fahren. Am Sonntag hatte er einen Anzug an, der roch anders. Nach Mottenpulver und er steckte so schief drin, dass er es nicht sein konnte.

(………………..)

Die Musik

Immer wenn Alexander zu Besuch bei seinem Onkel Manos war, fielen ihm die Illustrierten mit den vielen rosafarbigen Seiten auf. Dieses Rosa gefiel ihm. Es war verspielt und frei. Es schien Freude zu haben. Die Farbe war für ihn wie ein warmes Schaumbad, wie eine Frühlingswiese mit rosaroten Blumen. Aber nicht wie die rosaroten Punkte auf den Bäumen der Seewiese. Diese bedeuteten schlimmes für einen Baum wie Alexander halb einer war.

In diesen Illustrierten waren weite rosafarbene Felder übereinandergelegt und ineinander verschlungen quollen über ein weiches weites Land, dessen Horizont unendlich schien wie der Sternenhimmel. Diese Farbe und diese Formen brachten etwas in ihm zum Klingen, versetzten seine Haut in eigentümliche Schwingungen in eine freudvolle Erregung. Niemand bot ihm diese Zeitschriften, die Manos Söhnen gehörten, an. Niemand nahm sie ihm weg. In diesem Haushalt waren sie etwas normales. Alexander freute sich weder besonders darauf noch gingen sie ihm ab. Aber wenn die Zeitschriften dort lagen, machten sie ihm Freude. Er verstand nichts von den menschlichen Posen von den Verhältnissen der Fotografierten. Es war wie ein Verstehen von Haut zu Haut. Damals war in diesen Zeitschriften noch kein Penis oder kein Geschlechtsverkehr abgebildet. Doch auch das hätte Alexander nicht irritiert. Welch eine wohltuende Abwechslung zum sich dauernd bedecken müssen. Welch ein Erstaunen und Aufatmen über dieses sich zeigen.

Ebenfalls lernte er bei Onkel Manos die Schallplatten mit den Kompositionen klassischer Komponisten kennen. Manos borgte sie ihm gerne. Er wusste, dass Alexander mit Leidenschaft klassische Musik hörte. Die Schallplatte bot ihm die Möglichkeit Stücke zu wiederholen, sie anders zu entdecken, sie zu studieren. Das kleine Transistorradio, welches Alexander nach draußen in die Wiese mitnehmen konnte, war hingegen für Überraschungen gut. Wurde ein interessantes und für Alexander reizvolles klassisches Stück gespielt, so war es auf Mittel- oder Langwelle oft gleich wiederverschwunden  und musste von Alexander in dessen Fantasie ergänzt, überbrückt oder weitergeführt werden. Er begann die Laute der Streicher und der Bläser nachzuahmen, quietsche, summte, polterte, zischte. Er nannte sich Juster Gordon. Er komponierte stundenlange Symphonien und symphonische Dichtungen. Er liebte Tschaikovsky, Schostakowitsch, Mussorsky- all die russischen Komponisten und viele aus dem Osten- Dvorak, Bartok.

Aber die Platten ermöglichten es ihm, die Musik für kurze Zeit zu besitzen, reizvolle Teile davon immer wieder zu wiederholen im sanften Auf- und Abwiegen des Tonarms dessen Nadel bei dreiunddreissig einhalb Umdrehungen in der Minute vibrierte. Unter den Platten waren die Hornkonzerte von Mozart, die Freischütz- Ouvertüre von Weber, die Fünfte von Beethoven und seine Pastorale. Ein unwiderstehlicher Zauber ging von beiden aus: Von den bloßen ungeschützt, aber mit großer Selbstverständlichkeit sich präsentierenden Leibern und den auf- und abschwellenden Wellen der klassischen Musik, im Radio und auf den Platten, was ein Unterschied war. Er wusste nicht, dass man die Symphonien Beethovens in Südamerika als Folter benutzte. Und dass man in Chile vielleicht zur selben Zeit einen Hund ermutigte eine Frau zu vergewaltigen, nachdem man ihr die vermeintlichen Tonbänder mit den Schreien ihrer Kinder vorgespielt hatte.

(…………..)

Der Garten der Lara (aus dem Tagebuch Alexanders)

 

nebel. keuchendes land. aufgehaltene betttücher. angeschwitzte polster-ecken. nebel. irgendwann erschöpft es sich von selbst, fällt der körper in eröpfung nieder. die zeit im begriffe zu verschwinden. das leben erschöpft sich von selbst. ist sich genug. hat sich satt. die zeit als tag aus tag ein ein-warts gehendes verschwinden. das leben verliert sich aus dem griff der zeit.in sich hineingekeuchte zeit. blicke auf das land. geborgenheit suchender und irrer blicke aus sich heraus. asphaltstraße. öliges land. vom leben warmgestreichelte geschwüre. ich bin unter den menschen. irgendwann erschöpft sich das von selbst. die bilder gehen von dannen, wenn es schwarzvor den augen wird. auf die dauer der endlosigkeit eingeschwärzter schlaf hinter den augen. nirgendwo mehr geschlafener schlaf. nebel. ich binstumm. ich lebe nackt. meine nacktheit ist stein. ich lebe in der nacht. meine kleine gute nacht. niemand kann mir folgen. die zeit ist das, was micham leben hält. die zeit ist der kuss. die zeit ist das streicheln. die zeit ist der zweisame atem. ich bin stumm. ich bin das lebewesen, dass seine nacktheitzur schau stellt und sich tief in ihr verhüllt. in der dunkelheit ruht sich meine nacktheit aus. meine kleine gute nacht. ich bin erschöpft von meiner ur-alten nacktheit.

das motoröl versinkt erschöpft und hinterhältig in der kanne aus Aluminium jahrtausendelang verborgen, macht es sich in der kanne hinterhältig breit. auf die dauer der unendlichkeit angehaltener schlaf, der zum ver-schwinden gebracht wird. hilfe suchende versuchen sich zu helfen durch verschiedene arten und weisen des hilfesuchens. hilfe in den straße durchanblicken suchen. jahrelang durch die straßen gehen als dauernd anblickender und dauernd hilfsbedürftiger. bewegungslos werden vor lauterbewegung. auf die pflastersteine treten und fuß um fuß heben. vorwärtsgehen und anblicken. immerzu anblicken. das pflaster verlassen mit dem ei-nen fuß und mit dem anderen fuß zurückkehren auf das pflaster und vom pflaster auf den asphalt treten. auf den schwarzen ausgebreiteten Asphalt in das krankenhaus gehen. frische spitalspolster auf dem spitalsbett. letztes mal stach der schweiß in die nase. besser als der faule atem letzter sprech-versuche von sterbenden. laras bettzeug erst heute früh gewechselt kör-perdampf hatte sie noch nicht belegt. wir begrüßten uns. die zunge gelb-lichweiss belegt. Iara und ich sprachen wenig. wenn wir etwas sprachen, so schien uns das gesprochene, gleich nachdem wir gesprochen hatten, un-sinnig, verlogen, überholt zu sein.

Iara konnte manchmal immer nur schlafen. mir hingegen hat die zeit so vielaufgegeben, dass ich es in dieser zeit, die ich habe, nicht schaffen werde, selbst wenn ich nie mehr schlafen würde. Iara hatte keine zeit mehr, alles zuschaffen, keine zeit, alles gutzumachen. es wurde mit der zeit immer mehr ich versuchte zu weinen. ich schlug im gedanken die betttücher auf undsa die würmer. werden wir uns von angesicht zu angesicht sehen, erst wenn wir unter dem pflaster verschwunden sind?auf dem plastiktischchen neben ihrem bett stand ein tasse mit kaltem tee gestern, heute und morgen wird sie in ihrem bett zu bett gehen, dachte ich.ich bin ein tier. ich bin ein tier, das durch die strassen rennt ein tier das auf der hut ist, ein tier, das auf futtersuche ist. ich laufe aus dem Wald heraus und ich laufe in den wald hinein. durch witze und durch kriege wird ver-sucht die sprache zu überlisten. mein leben entstand in der dunkelstenkammer voll mit absonderlichen pochenden und gurgelnden und grölen- den geräuschen, und als ich aus der kammer draussen war, war ich froheine andere sprache zu hören, aber mit der zeit entdeckte ich, dass es in der sprechenden welt nicht weniger absonderlich und gurgelnder und pochen-der und grölender zuging. ich bat die schwester, den tee vom weissen plastiktischchen zu entfernen, um mir selbst zu versichern dass ich noch fähigwar, einen satz aus meinen mund herauszubringen.

als ich Iara traf, war sie schon alt. und ich wusste nichts von dem ganzen das sie getan hatte und das ihr angetan worden war. morgen werde ich durch die straßen gehen und leute anblicken und wahllos und frech umetwas bitten, um eine filterzigarette oder um ein paar zehngroschenstücke. als ich Iara traf, lernte ich ihren schönen kleinen garten kennen den siesorgfaltig bepflanzte mit petersilie, sellerieknollen, luststock, gurken, erdäpfel, paradeiser, diile, endiviensalat, erdbeeren, häupelsalat, zucchini, rha-barber und möhren. den sellerie befreite sie von der erde. den Rhabarber befreite sie vom blatt, schnitt ihn in der mitte entzwei, steckte alles in einenplastiksack und schenkte es mir. sie war von einer zurückhaltenden, aber großzügigen freundlichkeit. wenn sie einmal nicht zu dieser freundlichkeitaufgelegt war, ließ sie sich gar nicht erst blicken, kam nicht aus ihrem kleinen haus heraus. ihr garten war wild. er ließ selbst in der nacht etwas vongeborgenheit spüren. oberhalb des gartens war eine am tag stark befahre-ne straße. in der nacht fuhr fast nichts auf dieser straße. nur zusammenge-quetschte katzenkadaver zeugten am morgen von autos. die blumen imgarten waren noch immer bunt und das gemüse war immer noch grün odergelb oder weiss oder rot. Iara war grau geworden.ich blieb nie länger als eine stunde bei Iara. bevor ich ging, nach einem sol-chen schweigenden besuch, legte ich meine hand auf ihre hand und dach-te mir: ich bin der wind. obwohl wir miteinander nichts sprachen, war Iaranicht stumm. mit ihren enkelkindern, die sie besuchen kamen, schwatztesie, wie sie einmal sagte. wenn sie kamen, setzten sie sich in rudeln ans bett und zogen ihre mäntel nicht aus. die enkelkinder hatten ihre eigenen probleme und selbst zu tun, und sie gingen ihre eigenen wege, und sie warenihre eigenen damen und herren, und niemand sollte sie dabei stören, dasauszubaden, was sie getan hatten und was man ihnen angetan hatte. siehatten noch eine menge zeit vor sich und wollten es besser machen als gutgenug, und das ist immer schon mehr als zu viel gewesen. sie wolltendurchkommen in dieser welt und gut durchkommen noch dazu, und dabeikonnte ihnen, wie sie meinten, Iara nicht helfen, Iara, die selbst nichts mehrausbaden konnte.ich sah in laras von geschwüren vernarbtes graues gesicht. ich sah, wie diegeschwätzigkeit meines gehirns über meine hand in ihre hand gezogenwurde, und ich verschwand mit einem langen seufzer mit ihr durch dasfenster. ich durchbrach eine nebelwand, und ich trug Iara auf meinen schoßweit hinauf zu den obersten zweigen der riesigen birkenbäume. ich nahm ihre hände und ließ sie die spitzen der blätter mit ihren fingerspitzenspüren. so flogen wir stundenlang dahin, streichelten die blätter und rochen an den tiefen kerben der rinde. ich bin der wind, dachte ich mir. morgen werde ich zurück kommen. die nacht ist laras morgen.

nachdem ich mich auf diese weise verabschiedet und meine hände langsavon den ihren gelöst hatte, ging ich aus dem krankenhaus hinaus auf diestraße. viele waren unterwegs. ich versuchte, in die gesichter zu blicken — in gesichter, die zielstrebig auf dem weg waren vom büro ins kaufhaus undvom kaufhaus in die bank, vom geschäft zum begräbnis und vom begräb-nis ins hotel. ich wollte über ihre zielstrebigen gesichter eindringen, ihreinteressen durchschneiden und sie bei ihren verrichtungen stören. ich wollte mit meinen blicken ihre frisuren und zöpfe und ihre mittelscheitel undigelköpfe und ihre haarspangen und haarschwänze und ihre glitzerglatzenund schaumgesichter und ihre schlafdämonen und migräneteufel und ihrehirnspulen durchdringen und eindringen in ihre köpfe. Ich wollte ihre gehirne begatten mit scnweren und keuchenden stößen, damit alte bilder zuneuen worten würden und alte worte verschwinden und neue bilder kommen könnten. ich wollte sie übers pflaster in den Wald schleifen. lch habesie nicht einmal um eine filterzigarette gebeten.

in der nacht nach diesem besuch wachte ich um vier uhr dreiundreißig inmeinem bett in dem kleinen zimmer, in dem ich wohnte, auf. ich kannte jede kleine ecke. die türen waren fest versperrt. ich erschrak, wie still es war.ich erschrak, wie laut und raunend der soeben geschlafene schlaf gegen diese stille war. ich erschrak so, dass ich mich in alle meine zellen verkrie-chen wollte. es kam mir die erinnerung an die nachtdienste in einem kinderspital. wie ich durch die gänge an den zimmern vorüberging. der schlafder kinder war in der stille der nacht wie ein wilder und unbändiger Zirkus des lärms und der qualen. selbst die knochen der schlafenden schienen zuknirschen wie die mäste eines auf dem meer verlorenen schiffes. ich hatte angst aufzustehen, sowie ich angst hatte, noch einmal in diesen schlaf zufallen. ich blieb wach. am morgen machte ich mich auf den weg ins krankenhaus, um lara zu besuchen, doch lara war verschwunden.